Noah Sow: Die schwarze Madonna – Afrodeutscher Heimatkrimi

Fatou Fall, ehemalige Kaufhausdetektivin aus Hamburg, will ihrem Alltag und Problemen in der Großstadt entkommen und kehrt mit Tochter Yesim für die Ferien in ihren Heimatort zurück: Nach Altötting im tiefen Oberbayern.

Schnell wird klar, dass sie dort nicht wie erhofft eine zweiwöchige Auszeit verleben wird. Fatou wird Zeugin eines Aktes von vermeintlich islamistischem Vandalismus – doch im Gegensatz zur Öffentlichkeit erkennt Fatou, dass etwas faul an der Sache ist. Die Stimmung im idyllischen Dörfchen, das sich mitten im regionalen Wahlkampf befindet, heizt sich auf und Fatou gerät in einen Fall hinein, der weit größer ist als anfangs vermutet.   

Fatou Fall ist eine schwarze Hauptfigur in einem bayrischen Heimatkrimi. Und das spiegelt die Realität wider, die gerade in solchen Genres wohl kaum wiedergespiegelt wird: Ein vielfältiges Deutschland, das man nicht nur Zuhause nennen darf, wenn man weiß ist und Schmidt mit Nachnamen heißt. Und ein deutsches Buch, mit dem sich nicht nur weiße Deutsche ohne Migrationshintergrund identifizieren können.

„Die Schwarze Madonna“ unterhält, man fühlt sich in der kleinen, heimischen Szenerie in Bayern als Leser*in wohl und der kleine Kreis an Figuren wächst ans Herz. Ein Heimatkrimi eben, aber einer, der so viel mehr erzählt. Der manchmal ernst und oft mit einem trockenen Humor rassistische Strukturen sowie Alltagsrassismus in Deutschland aufzeigt und trotzdem von Anfang bis Ende nie seine Leichtigkeit verliert.

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